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Dieses Thema hat 4 Antworten
und wurde 370 mal aufgerufen
 Empfehlungen (... oder auch nicht)
Micha Offline

Die SINGENDE SÄGE des Forums


Beiträge: 348

22.09.2006 00:35
Niklas Frank antworten
Ich lese gerade:
"Meine Deutsche Mutter" sowie "Der Vater-eine Abrechnung" von Niklas Frank, dem langjährigen Mitarbeiter des "Stern" und jüngster Sohn des "Schlächters von Polen"-Hans Frank und seiner nicht minder grausamen Mutter Brigitte Frank.
Interessant und lehrreich und vor allem gnadenlos, was N.Frank da so alles über seine Eltern schreibt.
Der Autor möchte natürlich vor allem die Dämonen seiner Vergangenheit beschreiben und vielleicht loswerden, aber ich fürchte, daß dies unmöglich ist.
Für den Interessenten von krtischer Literatur über D-Land's mehr oder weniger jüngerer Geschichte finde ich jedenfalls beide Bücher bisher absolut empfehlenswert.
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Manchmal spreche ich zuviel (Lothar Matthäus)

Bernd Offline

Erleuchteter


Beiträge: 1.794

22.09.2006 10:38
#2 RE: Niklas Frank antworten
Da gibt's natürlich auch schöne Bilder für:





Diese Ideologie macht ganz offensichtlich so krank im Kopf, dass man die notwendigen Fähigkeiten und Grundvoraussetzungen für eine akzeptable Elternschaft verliert oder gar nicht erst entwickelt. Die beiden hier oder auch die Goebbels', die ihre eigenen Kinder ermorden (lassen) halten da wohl als fürchterliche Beweise her.

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Die Wirklichkeit ist ein Messer ohne Klinge, an dem der Griff fehlt.

Bernd Offline

Erleuchteter


Beiträge: 1.794

22.09.2006 10:57
#3 RE: Niklas Frank antworten

Weitere Stimmen zu dem Buch: Mein Vater. Eine Abrechnung

Amazon:

In Antwort auf:
Kurzbeschreibung
Eine Vergangenheitsbewältigung besonderer Art ist diese Abrechnung eines Sohns mit seinem Vater. Der Vater, Hans Frank, Rechtsanwalt von Beruf, begabt, aber bald verlottert, wird 1933 als »alter Kämpfer« ministrabel, erst Justizminister, 1939 dann Generalgouverneur Restpolens, wo er mit seiner ebenso raffgierigen Frau Polen und Juden ausplündert, während in den Vernichtungslagern um ihn herum systematisch die Endlösung praktiziert wird. 1945 setzt er sich mit seiner Beute nach Oberbayern ab, wird von den Amerikanern gefasst und im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess zum Tode durch den Strang verurteilt. Der Sohn, Niklas Frank, wurde von seiner Mutter in pietätvollem Gedanken an den feinsinnigen Vater erzogen. Erst allmählich erkennt er in vollem Umfang, dass Hans Frank einer der schlimmsten NS-Verbrecher gewesen ist. Sein Buch ist eine ebenso wüst-erbitterte wie schmerzende Abrechnung mit dem Vater, die Katharsis eines Unschuldigen, der sich dennoch beschuldigt fühlt.

M. Ostertag ("polygraph") bei Amazon:
In Antwort auf:
Das arrogante Auftreten des Vaters, seine gewollt weltmännischen Allüren, seine kriecherische Haltung vor Hitler und seine superlativ-überladenen Reden; die kleinste Eigenheit wird vom Sohn mit quälender Genauigkeit vorgeführt um aus dem aufgeblasenen Bild des Vaters die Luft herauszulassen. Zwischen den Zeilen ist unschwer zu lesen, dass der Autor ein schwer traumatisierter Mensch ist.
Die Kritik des Sohnes ist bisweilen ätzend und in seinem Hass fällt er auch nicht selten in eine eher pubertäre Ausdrucksweise, trotzdem wird einem gerade bei diesem Buch, das wie in einem Zug geschrieben scheint, zum ersten Mal deutlich, was es bedeutet, der Sohn eines Nazi-Kriegsverbrechers zu sein, ein Teil eines Menschen zu sein, für den man nichts als abgrundtiefe Abscheu empfindet.
Die Niederschrift bietet für den Sohn keine Erlösung. Er hat sich von seinem Hass befreit- aber Hans Frank ist immer noch sein Vater. Und wird es bis an sein Lebensende bleiben.
Das ist der Verdienst dieses Buches- es verdeutlicht, dass es eine Situation im Leben gibt, aus der man sich durch nichts befreien kann: Blutsverwandtschaft.


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Micha Offline

Die SINGENDE SÄGE des Forums


Beiträge: 348

22.09.2006 16:32
#4 RE: Niklas Frank antworten

Danke für Deine Ergänzungen, liebster Bernd!
Gott, bist Du fleißig..

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Manchmal spreche ich zuviel (Lothar Matthäus)

Bernd Offline

Erleuchteter


Beiträge: 1.794

19.01.2007 12:33
#5 RE: Niklas Frank antworten

Habe das Buch mittlerweile auch gelesen - Micha hatte es mir zum Geburtstag geschenkt .

Ich bin begeistert, obwohl das Buch von Verbitterung überläuft. Dieses Übermaß von Verbitterung führt aber sogar zu Komik - ein erstaunliches Phänomen. Ich habe jedenfalls viel gelacht bei der Lektüre dieses Buches.

Und der Untertitel "Eine Abrechnung" ist mit Garantie nicht übertrieben.

Ich habe das Buch seitdem zwei Mal weiterverschenkt.

LESEN!

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